Spezielle Psychotraumatherapie (DeGPT)

Das ZEP bietet das vollständige Curriculum in “Spezieller Psychotraumatherapie” an, das zum Zertifikat der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) führt. Zusätzlich zum Grundcurriculum sieht das Zertifikat eine oder mehrere der drei Vertiefungen vor (“Interkulturelle Kompetenz”, “Dissoziative Störungen”, “Behandlung akuter Traumafolgestörungen”).

"Spezialisierte psychotraumatologische Kenntnisse sind Grundlage für die qualifizierte Versorgung von PatientInnen mit Traumafolgestörungen. Da entsprechende Unterrichtsinhalte in den grundständigen Weiter- und Ausbildungscurricula von Psychologischen und Ärztlichen PsychotherapeutInnen nicht in ausreichendem Umfang integriert sind, empfiehlt die DeGPT folgende Standards für eine Qualifikation in „Spezieller Psychotraumatherapie (DeGPT)“. Das von der DeGPT erarbeitete Curriculum trägt der Forderung Rechnung, anerkannte Behandlungsverfahren bzw. Behandlungsmethoden zu lehren, und wird regelmäßig nach dem aktuellen Stand der Forschung aktualisiert.

In der vorliegenden Curriculumsüberarbeitung wurden sowohl die Behandlungsempfehlungen der S3 Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) als auch die Ergebnisse einer Umfrage bei den Weiterbildungsinstituten und den AbsolventInnen der DeGPT Curricula einbezogen. Die Ergebnisse der Umfrage zeigten einen erhöhten Bedarf an Weiterbildung für die Themenbereiche akute Traumafolgestörung sowie für die Behandlung der komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung und der Dissoziation. Aus diesem Grund wurden zwei Vertiefungsmodule von jeweils 16 Stunden zu diesen Themen entwickelt. Darüber hinaus wurde ein Vertiefungsmodul für interkulturelle Kompetenz hinzugefügt.

Das aktuelle DeGPT Curriculum sieht demnach für die Erlangung der Zusatzqualifikation „Spezielle Psychotraumatherapie (DeGPT)“ die Absolvierung des Basiscurriculums im Ausmaß von 140 Stunden sowie verpflichtend eines der drei genannten Vertiefungsmodule (Vertiefungsmodul „Behandlung akuter Traumafolgestörungen“, „Interkulturelle Kompetenz“, oder „Dissoziative Störung“) im Umfang von je 16 Stunden vor. Um eine möglichst hohe Fachkompetenz und eine breite Zustimmung zu erhalten, wurde das vorliegende Curriculum den Arbeitsgruppen Dissoziative Störungen, Ethik, Begutachtung und Akuttraumatisierung sowie der Arbeitsgruppe Trauma und Migration der DeGPT zur Beurteilung vorgelegt und die entsprechenden Vorschläge im Curriculum weitgehend berücksichtigt." (DeGPT, 2020)

Zielgruppe

Approbierte psychologische und ärztliche Psychotherapeut:innen sowie psychologische Psychotherapeut:innen und Assistenzärzt:innen in fortgeschrittener Ausbildung (nach Approbation Erwerb des Zertifikates möglich).

Das Curriculum steht auch anderen klinisch-psychotherapeutisch tätigen Berufsgruppen offen, führt jedoch nicht zum DeGPT-Zertifikat.

Zeit und Ort

Die aktuellen Termine finden Sie unter XY. Die Seminare finden jeweils freitags (13.00 bis 19.45 Uhr) und samstags (9.00 bis 17.00 Uhr) in Hamburg statt.

Das ZEP arbeitet mit einer Vielzahl an Veranstaltungsorten in Hamburg zusammen. Die genaue Räumlichkeit wird nach Anmeldung mitgeteilt.

Kursgebühr

Pro Modul 340,- € (16 Unterrichtseinheiten)
Ges. Curriculum (incl. Kolloquium und einem Vertiefungsmodul; 140 UE): 2880,- €
Supervision (4 UE; 4-5 Teilnehmende): 120,- €

Bei einer geringeren Anzahl von Teilnehmenden erhöht sich ggf. die Supervisionsgebühr.

Weitere Informationen und FAQs

Abschlusskolloquium

Das Abschlusskolloquium bildet den Abschluss des Curriculums spez. Psychotraumatherapie.
Die Voraussetzungen für die Zulassung zum Abschlusskolloquium und das anschließende Zertifikat sind:

  • die abgeschlossene Therapie
  • 4 supervidierte und dokumentierte Behandlungsfälle (Kurzfassung, 4-6 Seiten) mit unterschiedlichen Störungsbildern (Vollbild PTBS, komplexe Traumatisierung u.a. nach frühen Kindheitstrauma Behandlungsstunden, und - wenn möglich - Akuttraumatisierung), von denen alle Behandlungsfälle eine volle Diagnostik (einschließlich mindestens zwei traumaspezifischer Testverfahren) beinhalten müssen und zwei dem Abschlusskolloquium zugrunde gelegt werden (einzureichen ca. eine Woche vor dem Termin). Vorzugsweise sollten die Fälle videodokumentiert und supervidiert sein. Insgesamt müssen mindestens 50 traumatherapeutische Behandlungsstunden absolviert und dokumentiert worden sein (dies beinhaltet auch Stunden mit Angehörigen). Die Supervision der Behandlungsfälle erfolgt im Verhältnis 1:4. Alle Stunden, die nach Beginn des Curriculums durchgeführt wurden, können angerechnet werden.
  • 20 UE Supervision (für alle Fälle gemeinsam)

Es handelt sich um ein Kollegiales fallbezogenes Gespräch mit Dokumentation der Prüfungsthemen in einem stichpunktartigen Protokoll.
Das Abschlusskolloquium kann in einem späteren Curriculum absolviert werden, wenn o.g. Bedingungen nicht innerhalb des eigenen Curriculums erfüllt werden konnten. Aus diesem Grund bedarf das Abschlusskolloquium einer gesonderten Anmeldung per Email. Die Kosten sind im Curriculums-Preis enthalten.

Fortbildungspunkte

Für alle Termine sind Fortbildungspunkte bei der Psychotherapeutenkammer Hamburg beantragt. Die Fortbildungspunkte werden von den Länderkammern wechselseitig anerkannt. Da die Veranstaltung in Hamburg akkreditiert ist, gilt dies auch für die anderen Bundesländer. Das Gesamtcurriculum umfasst 140UE.

Nachholen verpasster Seminare

Es besteht nach Absprache die Möglichkeit, verpasste Kurstage innerhalb von 2 Kalenderjahren kostenfrei nachzuholen. Die Verantwortlichkeit, einen passenden Nachholtermin zu finden, liegt beim Teilnehmenden; das Sekretariat hilft gerne bei Schwierigkeiten.
Bei Start vor 2022: Da sich das Curriculum ab 22/23 inhaltlich geändert hat, ist das Nachholen nicht mehr so unkompliziert und eine 100%ige Übereinstimmung der Inhalte kann nicht mehr gewährleistet werden. Wir werden versuchen, eine Lösung zu finden.

Anrechnung anderswo absolvierter Seminare

Anerkannt werden kann prinzipiell was:
1.) von einem anderen DeGPT-zertifizierten Institut im dortigen Curriculum Spezielle Psychotraumatherapie angeboten wurde
2.) beim ZEP belegt wurde an Einzelseminaren, die mit denen im Curriculum identisch sind (z.B. STAIR)
3.) von EMDRIA angeboten wurde (EMDR)
Gegebenenfalls sind Einzelfallprüfungen notwendig. In jedem Fall benötigen wir entsprechende Nachweise per Email.

Anrechnung externer Supervisionen

Wir erkennen Supervisionsstunden gerne an, wenn eine Qualifikation zu besonderer Expertise in der Supervision von TraumapatientInnen vorliegt. Das kann z.B. ein Zertifikat der DeGPT oder von EMDRIA sein. Gegebenenfalls sind Einzelfallprüfungen notwendig.

Zertifizierung

Nach der Abgabe Ihrer Dokumente und dem Absolvieren des Kolloquiums erhalten Sie von uns eine Bescheinigung über die Teilnahme am Gesamtcurriculum sowie dem erfolgreichen Absolvieren des Abschlusskolloquiums. Das eigentliche Zertifikat müssen Sie dann bei der DeGPT beantragen. Die ausgestellte Bescheinigung von uns gilt dort als Qualifizierung zum Erhalt des Zertifikats. Im ersten Schritt ist hierfür allerdings eine Mitgliedschaft bei der DeGPT notwendig. Detaillierte Informationen erhalten Sie im Rahmen des Abschlusskolloquiums.

 
Weitere Informationen und Downloads

Inhalte nach DeGPT

Struktur der Fallberichte

Dokumentation Supervision

Weitere Antworten auf Ihre Fragen (z.B. zum Nachholen oder Stornieren oder zu unserem Hygienekonzept) finden Sie in unseren FAQs. Für alle weitere Fragen stehen wir unter sekretariat@zep-hh.de zur Verfügung.